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| Israel-Tangoreise vom 03.-10. Juni 2007 | ||
In Israel gibt es ca. 400 Tangotänzer und zahlreiche
Gelegenheiten, Tango zu tanzen. Nach der Begrüßung der Reiseteilnehmer im Hotel und dem
gemeinsames Abendessen gab es einen ersten Milongabesuch bei Kelly und
Ricardo im großen Saal des Dekel Country Club in Tel-Aviv. Mit Kuchen
und Getränken und vielen herzlichen Worten wurden wir in Israel
willkommen geheißen. Es gab auch einen Geburtstag zu feiern - gleich
mit einer ganzen Geburtstagstanda! - und getanzt wurde bis 2.00
Uhr früh. Das Highlight unserer Reise war unser Ausflug nach
Jerusalem unter Nora‘s kundiger Führung. Die Fahrt von Tel-Aviv
dauert heute eine gute Stunde, vorbei an Modiin, einer nach 1993
ausgebauten Stadt mit über 65.000 Einwohnern und ging mitten durch
die Westbanks. Gemäß dem Waffenstillstandsabkommen von 1948 sollte die
Straße von Tel Aviv nach Jerusalem seit jeher für den israelischen
Verkehr geöffnet werden. Jedoch ignorierte Jordanien dieses Abkommen
und so musste man bis zum Sechs-Tage-Krieg 1967 einen Umweg fahren, der
ca. 3. Stunden dauerte. Erst vor kurzer Zeit ist diese neue Schnellstraße
fertiggestellt worden, die zum Schutz vor etwaigen Feuerüberfällen
beidseitig durch einen Sicherheitszaun geschützt ist.
Am Fuße des Ölbergs machten wir einen ersten Halt,
um auf Jerusalem zu schauen und wenige Minuten später betraten wir den
wunderschönen Garten Gethsemane, von dem hebräischen Wort
Gat-Schemen, d. h. Ölpresse abgeleitet. Schon in biblischen Zeiten war
das Areal mit Olivenbäumen bepflanzt und so wandelt man heute unter
biblischen Bäumen. Denn es heißt, dass ein Olivenbaum nicht sterben
kann. Aus seinen Wurzeln sprießen immer neue Bäume und so sind die
heutigen Bäume zumindest Ableger der ursprünglichen Olivenbäume
biblischer Zeiten. Hier soll einst Jesus seine letzten Stunden in
Freiheit verbracht haben, bevor er von Judas verraten wurden. Bei dem
Garten befindet sich auch die „Kirche aller Nationen“ mit der
Todesangstbasilika. Sie wurde zwischen 1919 bis 1924 auf den Fundamenten
einer byzantinischen Basilika aus dem 4. Jahrhundert erbaut aus Geldern
zahlreicher Länder, deren Wappen die Decke der Kirche zieren.
Von hier aus ging es weiter in die Altstadt von Jerusalem.
Jerusalem, im 14. Jh. vor Chr. von König David erobert und zur
Hauptstadt seines Reiches erklärt, ist mehrfach zerstört und wieder
aufgebaut worden. Es ist gelungen, an verschiedenen Stellen die
verschiedenen Ebenen der Stadt freizulegen und einsehbar zu machen, so
dass wir uns eine ungefähre Vorstellung von dem alten Jerusalem machen
könnten. Jerusalem ist von einer Mauer umgeben und teilt sich in vier
Teile: das jüdische, christliche, armenische und das muslimische
Viertel. Wir begannen unseren Rundgang am Zionstor und gelangten zur
Klagemauer, dem bedeutendsten Heiligtum der Juden. An dieser Stelle
stand bis zum Jahre 70 nach Christus der Tempel König Davids. Mit
dessen Zerstörung durch die Römer begann die Diaspora der Juden. Die
heutige Mauer fußt auf 7 Originalreihen von Steinen aus dem herodischen
Zeitalter. Menschen aus aller Welt, nach jüdischem Ritus getrennt in
Frauen auf der einen und Männern auf der anderen Seite, beten hier und
verstecken ihre innigsten Wünsche auf kleinen Zetteln in ihren
Steinritzen. Von hieraus schaut man hinunter auf eine Anlage aus der
Zeit König Herodes und hinauf auf den Tempelberg mit dem Felsendom und
der Al Aqsa-Moschee.
Über die Via Dolorosa und über den Markt gingen wir als nächstes
zur Grabeskirche, auch Auferstehungskirche genannt, erbaut an dem Platz,
wo Jesus gekreuzigt und begraben wurde. Um den ewigen Streitereien
zwischen den Konfessionen ein Ende zu bereiten, entschloss man sich
Mitte des 19. Jahrhunderts, einen Status quo festzulegen: Die Verhältnisse
(Status) an den heiligen Stätten sollten so bleiben, wie (quo) sie
waren und so ist diese Kirche der gemeinsame Sitz des
griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem und des katholischen
Erzpriesters der Basilika des heiligen Grabes. Griechen, Armenier und
Kopten inzensieren (beweihräuchern) die Kirche im Wechsel und halten
ihre Messen und Prozessionen ab. Da wir nicht nach Bethlehem hereinfahren könnten, begnügten
wir uns mit einem wunderbaren Blick von der Anhöhe Ramat Rachel herab.
Vorbei an der Knesset, dem obersten Gerichtshof und der großen
Synagoge, beendeten wir den Abend in einem arabischen Restaurant mit
einem typischen orientalischen Abendessen mit unzähligen Salaten,
Fleischspießen und süßem Blätterteiggebäck zum Dessert.
Als wir am nächsten Abend zurück nach Jerusalem fuhren,
um Sylvia‘s Milonga zu besuchen, könnte der Gegensatz kaum stärker
sein zwischen den Heiligtümern und den leidenschaftlich tanzenden
Jerusalemer Milongueros, die uns ebenfalls aufs Herzlichste willkommen
hießen. Am Freitag schließlich spazierten wir durch Lev Tel-Aviv,
den alten Kern der Neuen Stadt. Tel-Aviv, Hügel des Frühlings, im
Jahre 1909 von jüdischen Einwanderern gegründet, erstreckt sich etwa 6
km entlang der Mittelmeerküste. Mit wenigen Schritten landeinwärts ist
man im bunten Stadttreiben einer modernen Stadt. Wir gingen durch eine
beliebte Einkaufsstraße in Richtung Kikar Bialik nach dem israelischen
Dichter Nahum Bialik benannt. Hier steht das alte Rathaus, heute Museum
der Geschichte von Tel Aviv-Jaffo. Den Platz ziert ein Brunnen mit
einem beeindruckenden Mosaik von Nahum Gutman, daneben das frühere
Wohnhaus des Malers Reuven Rubin, heute Museum seiner Werke. Zuvor aber
betraten wir den einzigen Friedhof inmitten der Stadt, in dem u. a. Max
Brod (1968) und Ephraim Kishon (01.02.2005) ihre letzte Ruhestätte
gefunden haben.
Nach anregenden Gesprächen unter schattigen Oliven ging es
in Richtung Allenby Straße. Das beliebte Café an der Ecke Bialik/Allenby-Straße
war im März 2002 Ziel eines palästinensischen Selbstmordanschlages.
Und schon waren wir an der Kreuzung angelangt, von der aus man in die
Shenkin-Straße mit ihren freekigen Modeboutiquen und Cafehäusern
gelangt oder zum Schuk Hakarmel, dem Wochenmarkt sowie zum Kunstmarkt.
Nachdem wir uns zu einem Abschiedstrunk am nächsten Abend in meiner
Wohnung verabredet hatten, löste sich die Gruppe hier auf. Zuvor, am Freitag Abend ab 22.30 Uhr, ging es noch zu einer
festlichen Milonga mit Tanzauftritten.
Die letzten Workshops am Samstag fanden gemeinsam mit den
Israelis statt. Am Abend ein letzter Milonga-Besuch: „Mi Buenos
Aires“ in Shunath Hamasthela nördlich von Tel-Aviv. Der
Geburtstagsvals ist hier nicht gebräuchlich, schade, da wir ein
Geburtstagskind hatten. Dieses sollte dennoch nicht zu kurz kommen.
Gegen Mitternacht wurde Vals gespielt und wir tanzten unseren
Geburtstagsvals auch ohne die Aufmerksamkeit der gesamten Gemeinde. Am nächsten Morgen, Verabschiedung im Hotel - Bis zum nächsten
Jahr - in Israel - zum Tangotanzen und vielem mehr. Debora, 23. Juni 2007 tangobridge-berlin@goldmail.de
Linktipp: Tangoreisen in alle Welt: >>jetzt
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Email: willkommen@tangokultur.info Im Internet: www.tangokultur.info Herausgeber: Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.) |