Tangofestival Stockholm
 


Einladung zum "Tango-Kater"
Hochprozentiges am 59. Breitengrad – Marathon 59° in Stockholm, 48 Stunden Umdrehung am Stück


Text und Fotos: Robert Schmitz-Niehaus

 

Tja, was macht Tanguero so in der trüben Jahreszeit? Für den Tangotouristen ist nicht gerade viel los im Januar/Februar.. da schließt der Marathon 59° voll die Lücke, saugt die ausgehungerten Junkies auf wie ein Schwamm. Sicherlich ist die Jahreszeit nicht ideal um einen Trip in den hohen Norden zu unternehmen, aber mal ehrlich: wen interessiert auf dem Parkett was draußen für ein Wetter ist? Und wegen des Parketts sind alle hier gekommen: süchtige, rastlose „Partyanimals such as me“, um bei dem Flyer zu bleiben. Viele bekannte Gesichter tauchen auf, „Hallo“ allenthalben, was macht dieser oder jene – wollte aber konnte nicht kommen...

Limitiert auf 150 Teilnehmer ist der Marathon übersichtlich, aber ich habe noch nie bei einer Veranstaltung derart entspannte Tänzer/innen gesehen, weil: es war einfach genug Platz da! Kein Stress, nur gute Energie, guter Fluss – sicherlich auch weil gutes Niveau – da passt einfach alles. Aus 18 Ländern sind die Leute angereist und es macht richtig Spaß. Die größte Delegation ist meines Wissens aus St. Petersburg angereist (12 Personen), die haben  - mit dem Schiff kommend - schon vorgeglüht. Russische Schule ist immer eine Freude. Auch preislich ist das alles mehr ein „Selbstkosten-Event“: Vom Eintritt mal abgesehen ist alles sehr günstig; oder auf welcher Milonga gibt es sonst noch Kaffee für einen Euro? Und davon brauchte man natürlich reichlich. Im sechs-Stunden Rhythmus wechseln sich die aus ganz Europa kommenden DJ’s hinterm Pult ab, und es war auch immer jemand da der zur Musik tanzte. Auch ich „musste“ am Sonntag vor dem Weg zum Flughafen noch „schnell“ von 9 bis 10 Uhr eine Runde drehen... da gingen einige erst nach Hause, viele saßen noch da... und vor dem Hintergrund von 24 Stunden Musik non Stopp sind 15 Euro/Tag auch billig, sonst kosten 5 Stunden auch zwischen 4 und 8 Euro.

Bescheidet man(n) / frau sich mit einem Bett im 12 Personen Dormatory eines Hostels, ist auch das mit 19 Euro erschwinglich, ansonsten orientieren sich die Preise – entgegen dem Ruf Schweden sei sehr teuer – an deutschem Niveau, jedenfalls in dieser Jahreszeit. Die Stadt ist unabhängig vom Tango eine Reise wert, die Farben in der Altstadt, die königlichen Bauten, eine einzige Künstlerkolonie. Im Sommer ist es hier bestimmt super, und da ist ja dann auch das Festival, das einen Besuch lohnt!

Schön war’s – gerne wieder...

Linktipp: Tangofestivals in Europa: >>jetzt ansehen


 

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Ausgabe April 2007

 


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Herausgeber:
Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.)