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Das 16. Tanz & Folkfest Rudolstadt (7.-9. Juli 2006)
Text: Martin Gerlach
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Foto: Silvia
Hauptmann Tango-Workshop im Stadthaus
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Der Triumph des Tango begann beim Rudolstädter Tanz & Folkfest (TFF)
in diesem Jahr mit dem Bajofondo Tango Club. Um ein Uhr nachts
traten die Musiker bei dem Weltmusikfestival auf. Zehntausende hörten
ihrem Konzert zu und bekamen einiges geboten. Elektrotango war es, der
frei machte von allem. Und es war ein Tango, der seine Zuhörer an ihm hängen
ließ, den es so vermutlich an nur wenigen Orten zu hören gibt:
Herrlich interpretiert, ohne kaputt zu machen und ein neues Publikum
lockend. Dafür sorgten sicher auch die Bühnenshow, die sparsam war und
nur mit Gegenlicht und einer harmonischen, mit Farben und Formen
spielenden Videoprojektion die Augen fesselte.
Dass das TFF.Rudolstadt seinen diesjährigen Tanz des Jahres nicht mit
klassischem Tango begann, war gewiss kein Zufall, sondern ein gelungener
Start in das Festival mit einem Höhepunkt, der neugierig machte.
"Der Tango ist beim Publikum sehr gut angekommen", sagt
Bernhard Hanneken, Künstlerischer Leiter des Festivals. In der
Vergangenheit waren unter anderem schon die Polka und die Mazurka Tänze
des Jahres. Dass es in diesem Jahr der Tango war, ist dem Wechsel in den
Schwerpunkten geschuldet. Und auch dem Wunsch des Publikums, wie
Bernhard Hanneken meint. "Denn das Publikum fordert zum einen Tänze,
die es kennt. Zum anderen hat es ein Interesse am Außergewöhnlichen."
Als weiteren Grund sieht er die Tango-Welle, die derzeit durch das Land
schwappe. "Die Leute wollen sehen, wie man richtig Tango tanzt. So
haben sie unser Festival als Chance für eben dies gesehen. Schließlich
gibt es Hierzulande nicht an jeder Ecke Tango zu sehen. Bei Salsa ist
das zum Beispiel anders. Den gibt es in jedem Kuhdorf."
Als glücklichen Umstand wertet Hanneken die Vernetzung von
Tango-Konzerten und Mitmachtänzen beim TFF 2006. Bajofondo nennt
er dabei als ein Beispiel. Das Duo Bögeholz & Mosalini, das
in diesem Jahr mit dem Weltmusikpreis "Ruth" ausgezeichnet
wurde, war ein weiteres. Während drei Konzerten ließ es in Rudolstadt
seine Interpretationen des Tanzes der Leidenschaft hören. Vicente Bögeholz
(Chile) und Juan José Mosalini (Argentinien) gelang es, den klassischen
und den neuen Tango zu verbinden.
Für den klassischen Tango-Part sorgte das Berliner Orchester Sabor a
Tango. Mit vier Bandoneons, vier Geigen, einem Kontrabass und einem
Klavier spielten sie an zwei Tagen zum TFF und zogen auch hier wieder
Tausende an.
"Mit den Gruppen ist es uns beim diesjährigen TFF gelungen, die
breite Vielfalt des Tango zu zeigen", sagt Bernhard Hanneken. Die
Tanz-Workshops kamen dabei natürlich nicht zu kurz. Der gebürtige und
in Weimar lebende Argentinier Carlos Tapia und seine Partnerin Brigitte
Backhaus lehrten in zwei Anfänger- und einem Fortgeschrittenen-Kurs die
Kunst des Tango.
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Carlos Tapia
Foto: Silvia Hauptmann
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Carlos Tapia sagt man nach,
dass er zu der argentinischen Generation gehöre, die dem Tango
eine moderne und kreative Richtung gibt, ohne ihn zu entwurzeln.
Tapia sorgte dafür, dass sich die Workshops großer Beliebtheit
erfreuten. |
Den Russischen Tango lieferte Peter Wassiljewski & das
Meschenk-Orchester. Seit 2003 gibt es in Leipzig das von Peter
Wassiljewski gegründete Projekt, das sich der russischen Tango-Legende
Pjotr Leschenko verschrieben hat. Dass kein finnischer Tango beim diesjährigen
Tanz & Folkfest im Programm aufgeführt war, hatte mit seiner
geringen Aufmerksamkeit bei den bisherigen Festivals zu tun.
Das Tanz & Folkfest 2006 endete nach drei Tagen so, wie es auch
begonnen hatte: mit Tango. Bis in die Nacht hinein spielte DJ Roland.
Zwar klingt sein Künstlername, als sei er gerade einer Dorfkirmes in
Mecklenburg-Vorpommern entsprungen, doch Kenner schätzen ihn. Roland
Sardison - so sein bürgerlicher Name - ist der Mitbegründer und
Betreiber des Berliner "Haus der Sinne". Er mischte beim TFF
auf die Weise Musik, wofür man ihn kennt. Er schüttelte aus Tango
Argentino, Tango Nuevo, Elektrotango und Weltmusik einen unterhaltsamen
Cocktail, der bereits Lust macht auf das kommende TFF.
Dann ist zwar nicht der Tango, sondern die Polonaise angesagt. Aber sie
wird wohl nicht weniger Interessierte in das thüringische Rudolstadt
locken.
Hier geht es zur Website des TFF.Rudolstadt...
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Ausgabe September 2006
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