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Text: Jörg Buntenbach Der Musiker Yann Tiersen wurde einem breiteren Publikum vor allem
mit seinen Soundtracks zu Die fabelhafte Welt der Amélie und
Good Bye,
Lenin! bekannt. Ich würde sogar sagen, dass Tiersens Musik
einen nicht geringen Teil des Erfolges der genannten Streifen
ausmachte. Gleich beim ersten Stück "Western" können wir uns fallen lassen, denn schon hier überzeugt der Bretone uns mit seinem Einfallsreichtum. Die eingängige Melodie beginnt einfühlsam und leicht, steigert sich zum Ende hin, ohne in übermäßige Dramatik auszuarten und hört abrupt auf, um dann leichtfüßig zum zweiten Titel "Kala" überzuleiten. Elisabeth Fraser, vielen bekannt von den Cocteau Twins, verleiht diesem Stück etwas engelhaftes. Fraser, die uns auch bei "Mary", der Nummer 13 auf der CD, mit ihrem Gesang verzaubert, ist nicht der einzige musikalische Gast auf "Les Retrouvailles": So drückt Jane Birkin dem Titel "Plus D'Hiver" mit ihrem schwermütig-verträumten Sprechgesang ihren unverwechselbaren Stempel auf. Stuart A. Staples von den Tindersticks bereichert den Song "A Secret Place" mit seiner kantigen Stimme. Christophe Miossec, einer der Wegbereiter der sogenannten "Nouvelle Scène" in Frankreich, der sich in der Tradition von Gainsbourg, Alain Bashung und anderen berühmten Kollegen sieht, sing bei "Le Jour De L'Ouverture" und man merkt genau, dass er sich gerne an der Schnittstelle zwischen Rock und Chanson bewegt. So passen alle wunderbar in das musikalische Konzept Tiersens. Nichts wirkt überhöht oder gar deplaziert. Ganz im Gegenteil! Absolut hörenswert sind auch die Titel "Loin Des Villes", das rasante "La Boulange" und das Titelstück "Les Retrouvailles", das sehr an "Amélie" erinnert. "Die Wiedergefundenen" halt. Das Interessante daran: nahtlos schließt sich das kurze, aber intensive "La Jetée" an den letztgenannten Titel an, mit dem die CD auch endet. Dieses Mal mit einer Prise barocker Kirchenmusik. Wie gesagt: Yann Tiersen ist immer für eine Überraschung gut.
Fazit: die CD "Les Retrouvailles" ist allen zu empfehlen, die keine gängige Pop- oder Rockmusik erwarten und die offen sind für einen gewissen spielerischen Umgang mit Musik, die auch immer etwas Skurriles zum Ausdruck bringt.
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Email: willkommen@tangokultur.info Im Internet: www.tangokultur.info Herausgeber: Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.) |