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Text: Jörg Buntenbach Ende Oktober vergangenen Jahres war der Sänger Cristóbal Repetto im Berliner "Quasimodo" zu Gast. Vom rührigen Vertrieb wurde er als das "enfant terrible" der Szene angekündigt, für den Tango "ultimativer Heavy Metal" sei. Im Januar 2006 wurde das Debut-Album "Cristóbal Repetto" offiziell in Deutschland veröffentlicht, wobei es in anderen Ländern schon seit einigen Monaten zu haben war und u.a. bei iTunes zum Download angeboten wurde. Die Ankündigung der CD schürte hohe Erwartungen, die die Scheibe selbst nicht zur Hälfte erfüllen kann. Cristóbal Repetto ist weder ein "enfant terrible" der Szene (wo kaum einer den Namen kannte oder kennt), noch hat das Album irgend etwas mit "Heavy Metal" zu tun. Hier hat die Marketing-Abteilung wohl zwei Produkte miteinander vertauscht und es nicht bemerkt. Aber das kann bei diesem hitzigen Geschäft passieren.
Und das, obwohl nicht einer der Titel, die zwischen 1927 und 1961 komponiert wurden, von Gardel selbst gesungen, bzw. geschrieben wurde. Teilweise transportiert Repetto seine Lieder am Rande der Weinerlichkeit mit etwas nervigem Pathos. Das mag daran liegen, dass er eben noch sehr jung ist und wohl erst noch etwas Lebenserfahrung sammeln muss, um den Tango tatsächlich mit Haut und Haaren verkörpern zu können. Abgesehen davon passt Repettos Stimme einfach nicht ins 21. Jahrhundert. Auf jedes einzelne Stück der CD einzugehen, hieße langatmig zu werden. Insgesamt sind es 15 an der Zahl. Und beim besten Willen kann ich nicht einen Titel herausheben, da sie alle recht ähnlich klingen. Eine kleine Ausnahme bildet vielleicht die Nummer 12 des Albums: "Organito" trägt Repetto mit einem Anflug von Übermut vor, versteckt diesen jedoch gleich wieder. Schade! Ohne Zweifel sind die Lieder gut arrangiert und werden zudem von brillanten Musikern gespielt. Daniel Yaria, Javier Amoretti und Martin Creixell beherrschen ihre Gitarren bis zum letzten Ton. Großes Lob dafür! Aber diese Stimme nervt auf Dauer einfach, auch wenn Cristóbal ansonsten ein netter Kerl sein mag.
Wie auch immer: wer auf Musik wie die von Repetto steht, sollte sich vielleicht eine alte, schön-schnulzige Gardel-LP zulegen und sich dazu einen ebenso alten Film mit der argentinischen Tango-Legende ansehen. Das würde dann wieder passen und man könnte sagen: "Ja, damals, das waren doch noch Zeiten...." Mehr über Cristóbal Repetto gibt es auf seiner Homepage: Link... Das Interview von Elke Koepping mit Cristóbal Repetto ist in unserer Dezember-Ausgabe 2005 nachzulesen: Mehr...
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Email: willkommen@tangokultur.info Im Internet: www.tangokultur.info Herausgeber: Jörg Buntenbach (V.i.S.d.P.) |