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Text: Jörg Buntenbach Im Jahr 2001 gab Arne Birkenstock zusammen mit Helene Rüegg das Buch "Tango" (dtv, ISBN 3423242736) heraus. Nun kommt am 08. Dezember sein Dokumentar-Film "12 Tangos - Adios Buenos Aires" in die Kinos. Und natürlich darf zu einem ordentlichen Kinofilm auch der dazugehörige Soundtrack nicht fehlen. Wie beim Film merkt man auch der CD "12 Tangos" an, dass sie von Kennern der Szene und dieser wunderbaren Musik gemacht wurde. Das Album ist kein Zufallsprodukt, sondern eine durchdachte Ergänzung zum Film. Der Komponist und Gitarrist Luis Borda (Foto unten) war für die musikalische Leitung verantwortlich und versammelte erstklassige Musiker aus Argentinien um sich. Darunter das sympathische Saxophonquartett D'Coté, die vielen von ihren Europatourneen her bekannt sein dürften.
Bandoneonist und Sexteto
Mayor-Member José Libertella, der leider Ende 2004 verstarb, war
ebenso dabei, wie die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 92jährige (!)
Sängerin Maria de la Fuente oder die Sängerin Lidia Borda, um nur
ein paar wenige Namen zu nennen. Die 17 Tangos auf dieser CD wurden
alle exklusiv für den Film arrangiert und teilweise sogar
komponiert. Das allein muss nichts heißen, aber in diesem Fall kam
eine der besten Tango-CDs des Jahres dabei heraus, weil neben den
innovativen Arrangements die musikalische Mischung und die
überzeugenden Interpretationen einfach bestechend sind.
Weiter geht es dann wieder mit einem eher etwas verspielten
Arrangement der Milonga "La Puñalada", bei dem Anklänge
aus Jazz und Bossanova zu finden sind. In diese Musik kann man sich
so richtig fallen lassen und über die Tanzfläche toben. Ruhiger wird es beim nächsten Stück, einem weiteren bekannten
Tango: "La Chachila", ursprünglich aus der Feder von
Eduardo Arolas und Hector Polito. Die Akzentuierung zwischen
klassischem Salóntango und zeitgemäßer Intonation ist stimmig und
zeigt, dass selbst altbekannte Tangos noch überraschen können. Lidia Borda trägt den nächsten Titel "El Paisaje" aus
ganzem Herzen vor. Dieser Vals gehört zu meinen Lieblingsstücken
auf der CD, weil Instrumentierung und Gesang in totaler Harmonie
zueinander stehen und mit nuancierten Brüchen eine atemberaubende
Intensität entsteht.
Maria de la Fuente umgarnt uns beim Tango "En carne propia"
wiederum mit ihrer einnehmenden Stimme. Der klare Rhythmus und das
zurückhaltende Spiel der Musiker geben ihr den nötigen Raum. Hier
kann man als nicht spanisch sprechender Europäer erahnen, was der
Tango für die Argentinier bedeutet, was sie empfinden und was sie
über ihn zum Ausdruck bringen wollen. Ähnlich verhält es sich bei "Tu Ausencia", einer
weiteren Eigenkomposition Luis Bordas, die mit Streichern und
Klavier zwar sehr getragen, aber nicht all zu schwermütig daher
kommt. Das vorletzte Stück gehört wieder zu meinen Favoriten: "Los 4
Vampiros Banqueros" ist ein politischer Tango, der zeigt, wie
ironisch und durchaus witzig der Tango sein kann. Insgesamt ist die CD "12 Tangos - Adios Buenos Aires" allen Tangoenthusiasten sehr zu empfehlen. Es ist ein Album, das keine Klischees bedient und den Tango so rüber bringt, wie er ist. Und es steckt voller schöner Überraschungen. Dieser Soundtrack zu "12 Tangos" lässt sich nicht mit anderen Kompilationen vergleichen. Und das spricht für die Macher dieser CD. Empfehlung: unbedingt kaufen! Übrigens: der Film trägt den Titel "12 Tangos", da in der "Catedral", einem 200 Jahre alten Kornspeicher in Buenos Aires, ein argentinisches Tango-All-Star-Orchester 12 bekannte Tangos spielt, während sich die Gäste des allwöchentlichen Tangoballs dazu im Kreise drehen... Mehr zum Film "12 Tangos - Adios Buenos Aires" ist unter nachfolgendem Link zu erfahren: Link...
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Email: willkommen@tangokultur.info Im Internet: www.tangokultur.info Herausgeber: Jörg Buntenbach (V.i.S.d.P.) |