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CD-Rezension
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CD-Rezension
„La Pasión del Tango“
mit dem Ensemble Romulo Larrea

Label: Ayia Napa
Bestell-Nr. AYA 55413-2

Veröffentlichung: 23.05.2005

Text: Jörg Buntenbach


Ein erster Blick auf die vorliegende CD „La Pasión del Tango“, die vom Ensemble Romulo Larrea eingespielt wurde, ließ mich genervt die Augen verdrehen: 14 bekannte Titel, die allesamt mal wieder nichts Neues versprachen. Von Cobián, Villoldo, Mores bis hin zu Piazzolla waren hier wieder mal alle versammelt. Ich fragte mich: „Wo in aller Welt sind die alten Arrangeure, Komponisten und großartigen Orchesterleiter wie Canaro, Calo oder D’Arienzo geblieben? Wozu eine weitere CD, die uns Leidenschaft suggeriert und uns dann doch nur mit Althergebrachtem nervt? Warum machen die ganzen jungen Musiker nicht mal ihr eigenes Ding und überraschen uns mit einem neuen Tango-Welthit?“

Ich gebe zu, manchmal bin ich voreingenommen. Wie in diesem Fall. Doch ich riss mich zusammen, öffnete eine Flasche vom besten Rotwein und legte den Tonträger ein.

Das Ensemble des Bandoneonisten und Arrangeurs Romulo Larrea ist ein klassisches Tango-Orchester, das aus sieben Musikern und der Sängerin Verónica Larc besteht. Als Gastmusiker hat bei der Candombe „Azabache“ Luc Boivin mitgewirkt. Romulo Larrea ist unter Tangomusikern kein Unbekannter. Er hat bereits mit einigen von ihnen zusammengearbeitet und ist zudem Mitglied in der Academia National de Tango. Die Instrumentierung von seinem Ensemble liest sich vielversprechend: Bandoneon, zwei Geigen, Bratsche, Cello, Kontrabass und Klavier.

Da muss was rauszuholen sein, denke ich mir, doch beim ersten Instrumental-Stück „La casita de mis viejos“ werde ich in meinem vorgefassten Urteil bestätigt. Es ist zu sauber gespielt und flasht nicht! Es schließen sich weitere bekannte Tangos wie „El Choclo“, Gardels „Volver“ und natürlich „La Cumparsita“ an. 

Mit jedem Stück werde ich jedoch hellhöriger, denn die Einspielungen werden besser und besser. Die einzelnen Instrumente setzen geschickt Akzente und überraschen durch kleine Nuancen. Da wirkt nichts schwerfällig oder überladen. Die Interpretation der „Cumparsita“ ist überzeugend.

Die Stimme von Verónica Larc zieht mich in ihren Bann. Sehr schön! 


„Tanguera“ überzeugt mich vollends. Hier merkt man den Musikern an, dass sie Spaß an dem haben, was sie da zusammen machen. Das Stück reicht an das Original von Mariano Mores auf jeden Fall heran, wirkt dabei jedoch sehr eigenständig. Bei den Tangos „Caminito“ und „Por una cabeza“ zeigt die Sängerin Verónica Larc die ganze Bandbreite ihrer Möglichkeiten. Ich bin gespannt, was wir in Zukunft noch von ihr hören werden!

Auch die weiteren Titel, darunter „Preludio a Francini“ von Luiz Stazo (siehe auch Artikel über das neue Trio Stazo Mayor ) oder die bereits erwähnte Candombe „Azabache“ (mit einem hervorragenden Intro dargeboten) lassen keine Langeweile aufkommen. Mit einer Ausnahme: „Adiós Noniño“ vom Nuevo-Messias Piazzolla ist mit 11:24 Minuten eindeutig zu lang geraten und eher für Klassikfans arrangiert.

Die Gesamtlaufzeit der CD „La Pasión
del Tango“ beträgt 50:26 Minuten.
Darauf sind insgesamt 14 Titel enthalten. Darunter 11 Tangos, 2 Milongas und 1 Candombe.
Das Booklet ist aufwendig und ansprechend gestaltet.  

Hier finden sich Informationen in deutsch und englisch zum Projekt und zu den Musikern. 


Bei Tango-Einspielungen stellt sich natürlich immer die Frage, ob sie für die Milonga geeignet sind.  „La Pasión del Tango“ ist, bis auf wenige Ausnahmen, gut bis sehr gut tanzbar. Aber man kann die CD genau so gut im Auto oder auf dem heimischen Sofa genießen. Auf jeden Fall ist der Tonträger für Tango-Einsteiger und Profis gleichermaßen empfehlenswert.

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Ausgabe Juni 2005

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