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3.
internationales Tangofestival in Ljubljana / Slowenien
vom 12. bis zum 15. April 2007
Text: Robert Schmitz-Niehaus
Übersetzung: Andreja Tomsic
Fotos: RSN
Die wunderschöne, alte Stadt Ljubljana in Slowenien lädt ein zum
Treffen der tangobegeisterten aus aller Welt – mit internationalen
argentinischen Tangostars wird gewuchert:
Sebastian Arce & Mariana Montes
Pablo Villarraza & Dana Frigoli
Leandro Palou & Romina Godoy
Sebastian Misse & Andrea Reyero
Unterricht im Tango Nuevo auf allen Niveaus. Im Zusammenhang mit persönlichen
Verbindungen nach Ljubljana dachte ich: ist doch ein Anlass, mich
blicken zu lassen.
Los ging es Donnerstagabend im Hotel UNION, einem alten, ehrwürdigen
Haus, dem ersten am Platze. Das Café wurde ausgeräumt um den Tanzenden
Platz zu bieten. Leider nicht genug, wie sich im Laufe des Abends heraus
stellte, es sollte sehr sehr eng werden. Zu eng, jedenfalls für einige
der Gäste, die rücksichtslos auf der mit fünf anstatt drei Linien
besetzten Fläche ihr Unwesen trieben. Tandas werden bei den Slowenen übrigens
im argentinischen Sinne ernst genommen – die Fläche wird leer und
alles mischt sich neu, unkompliziert, offen, straight forward. Notfalls
konnte man auch in der Raucherecke oder auf dem Gang tanzen...
Matjaz, Alan und Super Sabino haben jedenfalls schöne Musik gemacht –
wie auch an den folgenden Abenden. In den vergangen zwei Jahren fand das
gesamte Festival im UNION statt, incl. der Kurse. Die
Festivalorganisatoren Janja und Primoz erkannten aber glücklicherweise,
dass diese Stätte der wöchentlichen Milongas dem Ansturm des Festivals
nicht wird standhalten können – wie erlebt – und kümmerten sich.
Gefunden wurde eine Stätte mit wirklich ausreichend Platz, noch dazu
variabel: CANKARJEV DOM, ein
öffentlicher Gebäudekomplex aus sozialistischer Zeit, geschichtsträchtig,
da hier die slowenische Verfassung ausgerufen wurde, funktionell, modern
mit variablen Trennwänden. Gemietet war das 2. Untergeschoss. Unter
Tags waren hier 3 Kursräume abgeteilt, abends wurde eine Tanzfläche
mit bestem Parkett von 8x30 geboten, da blieben keine Wünsche offen und
immer genug Platz zum Nachbarn.
In
der Folge der Tage fanden hier viele Kurse statt, wurden tolle
Tangofeste und natürlich auch tolle Performances der Maestros gefeiert.
Am Sonntag gab es sogar eine after hour Milonga bis 7 Uhr früh, im
selben Haus in einem anderen Raum. Leider mit schwer tanzbarem Boden,
der unglaublich klebte. Außerdem: im Foyer bei der Cafeteria, den
ganzen Tag Tanzmusik, einen Vorhang für „Privatsphäre“ um
Gelerntes zu üben. Die perfekte Organisation auf allen Ebenen verlangte
großen Respekt. Wahrhaft professionell in der Ausführung, aber von den
Herzen der vielen freiwilligen Helfer und Organisatoren getragen. Auch
die PR-Arbeit war einzigartig: wo anderenorts kleine Postkarten liegen,
lagen hier Broschüren im A3 Format – allerdings nur auf slowenisch
– einem internationalen Festival hätte diese Broschüre jedenfalls in
Englisch zugestanden. Aber das ist wirklich der einzige Kritikpunkt. Wünschenswert
wäre allenfalls doch an wenigstens einem Abend Live-Musik, aber das ist
eine Frage des persönlichen Geschmacks. Jedenfalls schafft Live-Musik
Atmosphäre, die ein DJ – bei aller Kunst – nicht kreieren kann. Am
Schlussabend war dann auch noch der Hausherr nebst Gattin von CANKARJEV
DOM anwesend, beide zeigten sich hoch erfreut über die schönen,
gut besuchten Veranstaltungen. International wurde natürlich alles auf
Englisch kommuniziert. Pointe am Rande: Der Hausherr verstand nichts,
ist aber seit 24 Jahren Chef hier. Seine Frau, eine Dame im Stile der
Queen sowohl der Kleidung als auch insbesondere der Sprache nach: „Sie
(beide) freuen sich sehr über dieses Festival, und sie übernimmt hier
nur die Rolle der Übersetzerin, wie auch zu Hause...“ , und wünschten
sich eine neue Auflage im kommenden Jahr. Anschauungsunterricht in
Sachen Sozialstruktur. Eine Neuauflage im kommenden Jahr wünsche ich
mir auch - da wirklich lohnenswert. Ich werde dort sein! Wie auch in den
folgenden Jahren, denn ich bin mir sicher: unter dieser Führung und
Organisation wird das Festival Internationalität und Größe wie
Amsterdam, Berlin oder Moskau erreichen – die Qualität hat es
bereits! Verbeugung vor Janja und Primoz.

Lesen
Sie auch die slowenische Fassung dieses Artikels (PDF): >>hier
Linktipp: Tangofestivals in Europa: >>jetzt
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Ausgabe Juni 2007
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