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Tango Argentino im 'Gelobten Land'
Bereits in den 70iger Jahren war der Tango in Israel sehr en vogue. Mit seinen melancholisch-sehnsuchtsvollen Melodien ähnelt er der jüdischen Klezmer-Musik und passt sehr gut in das warme Mittelmeerland. In Tel-Aviv, Jerusalem und Haifa blühen passionierte kleine Tangogemeinden. Etwa 300 Tänzer zählt das ganze Land. Jede Woche gibt es mindestens eine große Milonga in Tel-Aviv und eine in Jerusalem, zu der sich Tänzer aus allen Städten Israels einfinden. Tango-Performances erfreuen sich großer Beliebtheit auf Hochzeiten und anderen Festlichkeiten. Eine israelische Tangogruppe namens Pitango wirbt mit ihrem Programm "Tango ohne Grenzen".
Jeden ersten Freitag im Monat lädt die
Tanzschule Lidor (Foto oben) in Ramat Hascharon zur "Bailonga" in
die Kehilat Venezia ein, der Eintritt kostet 35 NIS, umgerechnet
etwa 7,00 Euro. Von 22.30 Uhr bis ca. 3.00 Uhr wird hier auf
Parkettfußboden nach klassischen und modernen Tangos getanzt. Die
Tanzschule befindet sich im Untergeschoss eines Gebäudes nahe der
Universität von Tel-Aviv. Durch einen Vorraum gelangt man in einen
geräumigen Tanzsaal mit einer großen Spiegelwand.
Sitzgelegenheiten umrahmen die Tanzfläche. Die Musik geht ohne
Cortinas durch. Hier kennt jeder jeden. Moshe z. B. betreibt
zusammen mit seiner Frau eine Tanzschule für Tango Argentino in
Haifa und ist für die israelische Tango-Website www.geocities.com/isratango
verantwortlich. Auch Chezi (Kurzform von Jechezkiel), der die Seite
gebaut hat, ist mit seiner Frau gekommen, Neta ist mit ihrem Mann
aus Netania hergefahren, das ca. eine Auto-Stunde von Tel-Aviv
entfernt liegt.
Als willkommener Gast komme ich gleich zu Beginn des Abends in den
Genuss, mit Fabian zu tanzen, inzwischen kümmert sich Alicia um die
anderen Gäste. Manche der Tänzer stellen mich anderen Tänzern
vor, die mich dann wieder zum Tanzen einladen, während Neta aus
Netania sich Gedanken macht, mit wem ich unbedingt noch tanzen
sollte. In Israel ist es absolut unüblich, dass auch die Frauen
auffordern. Die Tatsache, dass Frauen ihren Militärdienst
absolvieren wie die Männer, ändert nichts an der relativ
konservativen Einstellung zu den Geschlechterrollen. Da sind die
Israelis möglicherweise nicht so sehr von den Argentiniern
verschieden.
Zwar sprechen die Menschen eine ganz andere Sprache als wir Europäer
und die israelischen Schriftzeichen können so manchen zur
Verzweiflung treiben, draußen ist es brüllend heiß, drinnen
bitterkalt (wegen der allerorten installierten Klimaanlagen),
getanzt aber wird nach den uns Tangueros und Tangueras
bestvertrauten Klängen und Mustern. Die Kommunikation der Tanzenden
funktioniert über alle Sprachgrenzen hinaus und so hat auch der
Fremde in Israel das Gefühl, einfach dazu zu gehören. Der
israelische Tänzer und Tanzlehrer Fabian Pastorutti gibt übrigens
Workshops zusammen mit Debora Gutman vom 26. Oktober bis zum 07.
November im Berliner Löwenpalais. Der israelische Fotograf Alexander Sokolovsky ist per email erreichbar unter folgender Adresse: alexander_sokolovsky@yahoo.com
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Email: willkommen@tangokultur.info Im Internet: www.tangokultur.info Herausgeber: Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.) |