Tangotanzen beugt Gehirnalterung vor
 

Presseveröffentlichung aus den USA

Übersetzung: Elke Koepping

 


Foto und Produkt:  www.erha.de

Was wir alle längst vermutet haben, ist jetzt endlich auch wissenschaftlich fundiert bewiesen worden: Tangotanzen hält das Gehirn jung! Dies verlautbart der nachfolgende Pressetext von der Website der amerikanischen Society for Neuroscience.

Washington, 15. November 2005. Wissenschaftler der McGill University in Montreal, Kanada, haben herausgefunden, dass die heißblütigen Bewegungen beim Argentinischen Tango der Gehirnalterung vorbeugen. "Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass der Tango mehr noch als das Spazierengehen die Ausführung komplexer Aufgaben und die Fähigkeit sich in einem begrenzten Bereich zu bewegen, ohne den Halt zu verlieren, verbessert", gab Dr. Patricia McKinley zur Auskunft.

Mehr als ein Drittel der älteren Bevölkerung in den Vereinigten Staaten stürzt einmal jährlich, und insbesondere unter älteren Menschen gehören Stürze zu den Haupt-Todesursachen. Darüber hinaus leben 71% der Senioren über 65 allein und viele verbringen mehr als sieben Stunden täglich ohne jeglichen sozialen Kontakt. Diese Isolation in Verbindung mit dem normalen Alterungsprozess kann zum Abbau der kognitiven Fähigkeiten beitragen.

Tango tanzen tue älteren Menschen gut, führt McKinley aus, weil es verschiedene Elemente beinhaltet, die auch in üblichen neurologischen Rehabilitationsprogrammen zu finden sind: Vorwärts-, Rückwärts- und Seiten-Gewichtsverlagerung, das Stehen auf einem Bein, auf einer Geraden vor und zurück zu laufen, die Veränderung der Schrittlänge nach allen Seiten und das Drehen auf engem Raum. "Ein weiterer Vorteil des Tangotanzens ist die Tatsache, dass die Bewegungen zu Musik ausgeführt werden, dies unterstützt Bemühungen zur Verbesserung der Gehfähigkeit," so McKinley.

Für die Studie, die von der Drummond Foundation finanziell unterstützt wurde, hatten die Forscher 30 Senioren im Alter von 62 bis 90 Jahren angeworben. Alle waren gesundheitlich auf der Höhe und hatten innerhalb des letzten Jahres einen Sturz erlebt, woraus sich Angst vor dem Stürzen entwickelt hatte. Nach dem Zufallsprinzip wurden sie entweder einer Gruppe von Spaziergängern oder einer Gruppe von Tangotänzern zugeordnet. Beide Gruppen trafen sich zweimal wöchentlich für zwei Stunden über einen Zeitraum von zehn Wochen.

Sowohl die Gruppe der Tänzer als auch die der Spaziergänger wurde bezüglich ihrer motorischen und kognitiven Fähigkeiten vor und nach der Studie untersucht. Die Auswertungen beinhalteten räumliche und numerische Erinnerungstests, komplexe und einfache Geh-Aufgaben sowie klinische Messungen der Balance und der individuellen Balance-Fähigkeit. Die Gruppe der Tangotänzer zeigte eine Verbesserung der Balance, Haltung und motorischen Koordination, wie auch einen Zugewinn im Bereich kognitiver Fähigkeiten. Insbesondere schloss die Tango-Gruppe bei der Ausführung komplexer kognitiver Aufgaben während des Gehens, beim Stehen auf einem Bein und Drehen auf einer begrenzten Fläche wesentlich besser ab als die Spaziergänger-Gruppe. Aus der Testung der Erinnerungsfähigkeit ließen sich zwar keine eindeutigen Schlüsse ziehen, möglicherweise war die Gruppe der Probanden jedoch nicht groß genug, vermutet McKinley.

Die Ausfallrate der Tango-Gruppe war geringer als die der Spaziergänger-Gruppe (eins zu vier) und 66% der Tangotänzer führten diese Aktivität auch noch ein Jahr später aus. "Tango tanzen ist die ideale Freizeitbetätigung für diese Bevölkerungsgruppe," sagt McKinley, "weil es drei grundlegende Bedingungen für das Fortsetzen des Trainings erfüllt: es macht Spaß, es wird in der Gruppe ausgeführt und es gibt ein erreichbares Ziel, das nicht nur für den Tänzer / die Tänzerin, sondern auch für seine oder ihre Familie und Freunde wahrnehmbar ist."

Leute, das liegt doch auf der Hand... Unser Autor Jochen Hille hat das ja auch längst in unserer September-Ausgabe rausgefunden, nachzulesen im Archiv unter "Macht Tango jung?". Trotzdem: schön das zu hören, tanzt weiter, bis der Arzt kommt!!

Wer sich für den vollen Text der Presseveröffentlichung der Society for Neuroscience interessiert, kann diese hier nachlesen (in englischer Sprache).

 

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Ausgabe Dezember 2005

 


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Herausgeber:
Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.)