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"Santa Milonga" von Melingo
Text: Jörg Buntenbach
Label: Mañana Music
Veröffentlichung: 01.11.2004
Best.-Nr.: MM425001
Spieldauer: 33:55 Min. |

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Wenn Melingo in den Milongas gespielt wird,
verwechseln Unkundige ihn oft mit Paolo Conte. Weil sie in der selben
Sprache singen? Italienisch und Spanisch sind für manche ja nicht so
weit auseinander. Aber vielleicht liegt es auch an der kratzigen,
dunklen Stimme Daniel Melingos, die zuerst an den weltbekannten Conte
denken lässt, während andere ihn den Tom Waits Argentiniens nennen. Wie auch immer: an dieser Stelle geht es um die
CD "Santa Milonga" von Melingo, der in Buenos Aires lebt und dort
auch aufgewachsen ist.
"Santa Milonga" klingt gelesen nach
Weihnachten, gehört nach dem, was man schon von Melingos letzten CDs
"Tangos Bajos" und "Ufa" her kennt. Das liegt sicher auch daran,
dass fast alle Stücke bereits auf den beiden genannten Tonträgern
enthalten waren. Also hätte man "Santa Milonga" auch "Best
of..." nennen können. Dass "Santa Milonga" also herausgebracht
wurde, kann darin begründet liegen, dass die CD nur für einen
bestimmten Markt produziert wurde. Aber egal: für diejenigen, die
noch keine CD von Melingo in ihrem Regal stehen haben, lohnt sich die
Zusammenstellung, denn Melingos Musik ist sehr überzeugend. Er schlägt
eine Brücke vom traditionellen Tango hin zum heutigen Zeitgeist. Das
Stück "De todo y para dos" beispielsweise ist bestechend kraftvoll im
Tangotakt arrangiert und absolut tanztauglich. Das gilt auch für "Agárrese
don Enrique" und "La pebeta de Chiclana", während das Stück
"Che jeringa" geradezu eine Aufforderung zu einer Milonga ist.
Dieser Melingo kann schon was!
Bei "El extraño caso" lässt der Mann es
ruhiger angehen. Ich fühle mich dazu eingeladen, bei einem guten Glas
Rotwein die verschiedenen Facetten des Lebens zu ergründen. Das setzt
sich bei "Sin Luna" und "El garrón" fort. Diese beiden
genannten Titel sind absolute Highlights der CDs, allerdings für Tänzer
relativ ungeeignet. Besonders "Sin Luna" überzeugt mich von diesem
Melingo, der 1957 in Buenos Aires geboren wurde. In seinen Texten stellt
er uns die sonderbaren Gestalten vor, die die Straßen der
argentinischen Hauptstadt bevölkern. Melingo umarmt seine Zuhörer mit
poetischer Musik. Und zwar ganz und gar Kitschlos!
"Santa Milonga" ist
sicher keine CD, die in erster Linie für die Milongas produziert wurde.
Melingo richtet sich an die Zuhörer, die mehr wollen, als immer und
immer wieder zum gleichförmigen Takt durchs Leben zu tanzen – und er
erreicht damit sein Publikum...
Der vorstehende Rezensions-Text erschien erstmals in: Tangodanza, Ausgabe
03/2005.
Von Mañana Music sind
neben "Santa Milonga" auch folgende empfehlenswerte CDs
erschienen:
-
"Murga Argentina"
von Cáceres: zur
Rezension...
-
"La Cambiada"
von Di Gusto y Camerata Ambigua
-
"Clásico y
moderno" von Mosalini y Quatuor Benaim interpretan Beytelmann
-
"Tango Esencial"
von Horacio Molina
-
"¡Sigamos!"
von Gustavo Beytelmann

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Ausgabe Januar 2007
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