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"Tango Fusion Club, Vol. 2"
electronic tango flavoured beats
Label: Tango Fusion Club
Veröffentlichung: Oktober 2006
Best.-Nr.: TFCCD003-2
Spieldauer: 01:12:46 |

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Text: Jörg Buntenbach
Sonja Armisén hat
mit "Tango Fusion Club Vol. 2" eine CD veröffentlicht, die
(ganz in der Tradition des innovativen Vorgängeralbums Vol.1) durchzogen ist mit
elektronischen Tangobeats. Vierzehn Titel sind auf dieser Neuerscheinung
versammelt, davon vier sogenannte
Remixed-Versionen vom ersten Album. Als nettes visuelles Detail ist
zu erwähnen, dass der Tonträger im Vinyl-Look gestaltet wurde. Auch
das wurde von Vol.1 übernommen. Ansonsten ist das Cover eher schlicht
gehalten. Passend zur eher kühl anmutenden Elektrotango-Musik.
"Luz" von Pablo
Bonilla ist der erste Titel. Hier wird gleich aus dem Vollen
geschöpft: eingängige elektronische Beats fordern das Tanzbein heraus.
Ein klarer, vom Computer animierter Takt gibt den Rhythmus vor.
Diejenigen, die es gewohnt sind, in den Tangoschulen zu
Tangoklängen aus den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrtausends
tanzen zu lernen, müssen wahrscheinlich ganz aktiv hinhören, um diese
Musik in Verbindung mit Tango Argentino zu bringen. Hilfreich ist
hierbei auch, den Ansatz von Sonja Armisén zu verstehen und sich ein
Videodance-File auf der TangoFusionClub-
Homepage anzusehen: altbekannte Tanzschritte werden hier
mit der elektronischen Musik kombiniert, wobei der Ansatz des Paartanzes
in den Hintergrund tritt. Hier soll ganz offensichtlich eine Symbiose
zwischen Tango- und Clubatmosphäre hergestellt werden. Abtanzen in
Verbindung mit freier Improvisation ist angesagt. Und so hat der Tango
zumindest einmal die Chance, endlich ein wenig aus seiner Nische heraus
zu treten.
"La Gambeta" von Dellakimera
und "Nautic dancer" von Stefan Karoll schließen sich
von der Machart her nahtlos an den ersten Titel an. Der Rhythmus
verändert sich nur in Nuancen. Das hat leider zur Folge, dass die Musik
dadurch einen unüberhörbaren Hang zur Eintönigkeit erhält. Bei Titel
Numero 4, "Marope" von TangoFusionClub im "Rogall's deep cut" wird die Musik etwas mit Jazzelementen aufgelockert
und dadurch interessanter gestaltet. Die Bassklarinette von Massimo
Soavi und das Bandoneón von Peter Reil verleihen dem Stück eine
wohltuende Wärme. Ein Highlight auf dieser CD!
"Boxer 1990 (para
Astor)" von Stefan Karoll schließt sich im Tango-Nuevo-Stil an.
Ein Gruß an Astor Piazzolla! Es folgt "Tangomango", ebenfalls von Karoll. Auch bei diesem
Stück ist auffällig, dass viel Wert auf technische Spielereien gelegt,
die musikalische Kreativität hingegen nicht wirklich herausgefordert
wurde.
Etwas anders gestaltet sich das bei Titel Nummer 7: "Rain" von Ryuichi
Sakamato versucht immerhin, mit der vorhandenen Kreativität zu
spielen. Das Bandoneón und das Piano von Stefan Karoll und die
Violine von Regine Noßke geben sich gegenseitig die nötige
Inspiration, um das Stück zu einem weiteren kleinen Highlight der CD zu
machen.
Mit "Por una cerveza"
von Solex Mechanics verfällt das Album danach wieder der
Eintönigkeit. Der gute alte Carlos Gardel wird mal wieder
bemüht und untergemischt. So, wie Otros Aires es bereits
vorgemacht haben. Die haben das nur überzeugender hinbekommen. "Excusa" von La Nueva Guardia bedient dann wieder die
Clubschiene. Ein nicht enden wollender Loop strapaziert die Geduld des
Zuhörers, der beim nächsten Titel, "La fragua de Pepe" von Dany
Vilá im Remix von Leo Portela auf Erlösung wartet. Doch
auch diese Beats animieren bestenfalls zum stumpfen Abtanzen bei
zuckendem Stroboskoplicht.
Die letzten 4 Stücke
sind die eingangs erwähnten Remixe von Vol.1: "Bandoneon acorazado"
(remixed von DJ Malente), "Hablando Tango" (remixed von Christian
Prommer), nochmals "Bandoneon acorazado" (hier remixed von G(/)meka
Lofi) und "Milonguera del 2000" (remixed von Prodeley).
Allesamt ausgewiesen als sogenannte Special-Bonus-Tracks, die dem
12-Inch "TangoFusionClub-Remixed" entnommen sind. Hierzu ist zu
sagen, dass die Versionen von
Vol.1 die Besseren sind. Und das ist ja oft so mit Originalen.
Fazit: "Tango Fusion
Club, Vol. 2" ist nur eingefleischten Elektrotango-Fans und
Clubgängern zu empfehlen. Dem Vergleich zu Vol.1, einer wirklich
innovativen und mit neuen Ideen gespickten CD, kann Vol. 2 leider nicht
standhalten.
Letztendlich zählt jedoch die eigene Meinung! Auf der Homepage vom Tango
Fusion Club sind u. a. Hörproben dieser Neuerscheinung hinterlegt:
www.tangofusionclub.de
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Ausgabe November 2006
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