CD-Rezension
 


TANGO A TANGO von Cuarteto Bando

Text: Jörg Buntenbach

Veröffentlichung: 2007
Label: Auris-Subtilis
Spieldauer:  44:35 Min.

Es gibt Musiker, die technisch brillant sind, sich in ihrer Perfektion jedoch verfangen und musikalisch dadurch zu glatt wirken und von vornherein viel Potential verspielen. Und es gibt Musiker, die einen gewissen Charme mitbringen, es jedoch an der musikalischen Perfektion vermissen lassen. Der Bandoneonist Jürgen Karthe weiß in beiden Punkten zu überzeugen. Er hat Charme und die musikalische Perfektion - und ihn treibt scheinbar immer wieder an, seine eigene musikalische Entwicklung ständig neu auszuloten. Mit seinem in der Tangoszene berühmten Sexteto Andorinha setzte er Maßstäbe, mit dem Duo Tango Amoratado ergänzte er das Spektrum und bewies mit Fabian Klentzke am Klavier, wie sehr er den Nuancenreichtum des Tango beherrscht. Ende 2006 hatte er die Idee, ein weiteres Ensemble zu gründen - und nun liegt mit "Tango A Tango" das erste Album vom Cuarteto Bando vor. Darauf enthalten sind 15 Titel und ein Bonus-Track. Im Untertitel heißt es "Specials of Tango Argentina". Zu hören sind verschiedene Tangostilistiken von den Anfängen bis in die Gegenwart. Darunter Klassiker von Komponisten wie Julian Plaza, Carlos Di Sarli, Armando Pontier, Julio De Caro und Astor Piazzolla. Klar im Takt und somit tanzbar. Die Musiker Jung-Won Oh an der Violine, Robert Brenner am Bass, Steffen Heinze am Piano und Jürgen Karthe selbst am Bandoneon kommen aus den Bereichen Folk, Klassik, Jazz und Rock.

"Tango A Tango" ist sicher nicht als musikalisches Experiment zu verstehen. Eher als ergänzende Interpretation des Tango Argentino, der sich aus verschiedenen Musikstilen und Kulturen geformt hat. Die Musiker sind im Zusammenspiel professionell und lassen die rhythmische Klarheit niemals aus den Augen. Besonders herauszuheben wäre der Titel "Flores Negras", bei dem sich die Mitglieder des Ensembles die musikalischen Bälle gekonnt zuwerfen und zeigen, welch emotionale Kraft im Tango steckt. Als Zuhörer wünscht man sich manchmal jedoch etwas mehr Grenzüberschreitungen. Der Vals "Tu Olvido" beispielsweise wird für meinen Geschmack mit zu großer Zurückhaltung gespielt.

Als Bonus-Track ist ein sehr schöner Videoclip des Titels "Melancolico" auf der CD enthalten. Darauf ist das Cuarteto Bando im Aufnahmestudio zu sehen. Aufgelockert werden die Aufnahmen durch Fotos der Ensemble-Mitglieder.

 

Die Website von Cuarteto Bando: www.cuarteto-bando.com  

Die CD TANGO A TANGO von Cuarteto Bando ist online bei unserem Partner Danza y Movimiento erhältlich:

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Ausgabe November 2007

 


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Herausgeber:
Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.)