CD-Rezension
 


Cantango Berlin No. 2 Cultura Tanguera

Text: Jörg Buntenbach

Label: Christian Feldgen Music
Veröffentlichung: 2006
Best.-Nr.: CFM29
Spieldauer:  73:15 Min.

Multikulti hat keine Chance? Die 6 Musiker von Cantango Berlin beweisen das Gegenteil! Sie stammen aus fünf verschiedenen Ländern und haben im bunten Treiben der Spreemetropole zueinander gefunden, um ihren Tango Argentino zu zelebrieren. Allesamt sind sie hervorragend ausgebildete Musiker. Zwei von ihnen verdienen ihre Brötchen bei den Berlinern Philharmonikern, andere bei den Berliner Symphonikern oder dem Sinfonie Orchester Berlin doch macht das allein schon gute Tangomusik aus, die eben nicht nur von technischer Brillanz, sondern vor allem von persönlicher Ausdrucksstärke und Ecken und Kanten lebt?

Cantango Berlin
legen mit "Cultura Tanguera" ihre zweite CD vor. 22 Instrumental-Titel befinden sich auf dem Tonträger. Davon 6 Milongas, 4 Valses und 12 Tangos. Eine gute Mischung auf der einen Seite, auf der anderen jedoch eher eine unspektakuläre Zusammenstellung, die das übliche Tango-Repertoire wiederzuspiegeln scheint. Viele Klassiker sind vertreten. So Kompositionen von Anibal Troilo, Agustin Bardi, Roberto Firpo, Astor Piazzolla, Mariano Mores u. a. Beim zweiten Blick wird man schon neugieriger. Die Stücke "Milonguita Cumbanchera" und "A la Flaca" hat der Pianist und musikalische Leiter des Ensembles, Javier Tucat Moreno, komponiert. Ein weiteres, "Sueños y Sombras", stammt aus der Feder der bekannten Beba Pugliese. Bei ihr hat Javier Tucat Moreno seine Ausbildung genossen. Augenscheinlich wird hier also doch nicht die übliche Kost geboten.

Beim reinhören in die CD offenbart sich dann die ganze Spielfreude dieser Truppe. Klavier, Gitarre, Kontrabass, Violine, Bandoneón und Klarinette geben sich gegenseitig ausreichend Raum und ergänzen sich voller Charme in ihrer jeweiligen Spielweise. Besonders hervorzuheben ist der Titel "Taquito Militar" vom Altmeister Mariano Mores. Cantango Berlin spielen dieses Stück mit einer bestechenden Leichtigkeit. Die Klarinette von Manfred Preis verleiht diesem Arrangement sogar einen Hauch von Klezmermusik. Das ist genau die persönliche Note, die jede Musik braucht. Schon alleine für diesen Titel lohnt sich der Kauf der CD! Bei "Adioses (Arlequin Porteño)" von Raúl Garello setzt Andrej Sur an der Violine überzeugende Akzente in seinem Spiel so wird jedes Instrument an geeigneter Stelle in den Mittelpunkt gerückt. 

Mit Ausnahme von "Kicho" von Astor Piazzolla und "Aquellos Tangos Camperos" von Horacio Salgán sind die Tangos auf "Cultura Tanguera" tanzbar und gehören auf jeden Fall in die Milonga. Fazit: die CD "Cultura Tanguera" ist mit seinen eher klassischen Arrangements mit wohldosierten  modernen Elementen abwechslungsreich gestaltet. Hörgenuss pur. Man spürt, dass die Musiker hier ein Werk abgeliefert haben, das nicht mal eben in irgend einem Studio eingespielt wurde, sondern das voller Lust an der Musik steckt.

Cantango Berlin
sind Javier Tucat Moreno am Klavier, José Vitores an der Gitarre, Ofelia Stoll am Kontrabass, Andrej Sur an der Violine, Manfred Preis an der Klarinette und nicht zuletzt Bettina Hartl am Bandoneón.

Wer mehr über das Ensemble wissen möchte, kann sich auf der Website erkundigen: www.cantango-berlin.de

Die nächsten Konzerte von Cantango Berlin:
13.02.07: Bebop, Berlin:
23.02.07: Haus der Sinne, Berlin
25.02.07: b-flat, Berlin
01.04.07: Konzert in Wells, Österreich
03.04.07: Konzert in Salzburg, Österreich
25.-27.05.07: Auftritt beim 2. Konzert-Tango-Festival in der Galerie "Mutter Fourage", Berlin

Die CD Cantango Berlin No.1 ist bei unserem Partner Amazon erhältlich:

jetzt bestellen / order now

Möchten Sie einen Leserbrief zu diesem Artikel schreiben?
Email an: Leserbriefe@tangokultur.info 

Ausgabe Februar 2007

 


Email:
willkommen@tangokultur.info

Im Internet:
www.tangokultur.info

Herausgeber:
Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.)