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Luis Stazo ist ein Garant für anspruchsvolle Tangomusik. Das hat der Bandoneonist, Komponist und Arrangeur während seiner inzwischen 70jährigen Musikerkarriere oft genug bewiesen. Mit dem Sexteto Mayor schrieb er Tangogeschichte. Zuletzt überzeugte die CD "A mi Esposa", die der in Berlin lebende Musiker mit seinem Trio einspielte (siehe Rezension in unserer Ausgabe Dezember 2007). Inzwischen ist aus dem Trio das Sexteto StazoMayor geworden, das sich mit der nun vorliegenden CD "Tango con Pasión" vorstellt. Darauf sind insgesamt 18 Stücke zu hören. Darunter 2 Vals und 2 Milongas. Eingefleischte Tangofans werden beim Lesen der Titelliste schnell urteilen, dass sich auf dem Album zu viel altbekannte Klassiker befinden, die es schon auf anderen Veröffentlichungen gibt. Und tatsächlich begegnen uns hier bekannte Tangos wie "Canaro en Paris", "La Yumba", "El Choclo", "Don Juan", Gardels "El dia que me quieras" oder die Milonga "La Puñalda" - aber Luis Stazo wäre nicht er selbst, wenn er diese Stücke nicht auf seine ganz besondere Art und Weise arrangiert hätte. Voller Leidenschaft und mit der ihn auszeichnenden "Luis Stazo-Raffinesse". Abgesehen davon befinden sich mit "El Pedrón" und "22 de Septiembre" zwei Eigenkompositionen als Erstveröffentlichung auf der CD, und mit der Milonga "Rosita" und dem Tango "A mi Esposa" zwei weitere Stücke aus der Feder Stazos. Das Sexteto StazoMayor spielt die Tangos mit einer ungeheuren Intensität. Und das, ohne dick aufzutragen. Im Gegenteil: die Abstimmung zwischen den Instrumenten ist so harmonisch und phrasiert, so dass die Seele des Tangos klar erkennbar ist. Nicht nur bei Osvaldo Puglieses "Recuerdo" ist das Zuhören ein Genuss. Die beiden Bandoneóns, die Gitarre, das Klavier, die Violine und das Kontrabass treten nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich, in dem sie sich in aller musikalischer Gelassenheit den jeweils nötigen Raum geben. Und das macht die Musik auf "Tango con Pasión" aus: sie ruht in sich, ohne langweilig zu werden - und in entscheidenden Momenten werden überraschende Akzente gesetzt. So auch bei Piazzollas "Libertango": dieser "Tango Nuevo" wird vom Sexteto StazoMayor in einem mitreißenden Arrangement präsentiert. Hier wird deutlich, dass man auch aus bekannten Stücken noch einiges Neues herausholen kann! Bei so viel Licht gibt es aber auch ein klein wenig Schatten. Der europäische Tango "Jealousy" von Jacob Gade wirkt aus meiner Sicht etwas zu verspielt und zu pathetisch. Ansonsten ist diese CD absolut empfehlenswert. Und sie ist genau so gut hör- wie tanzbar! Und wer das Sexteto StazoMayor live erleben möchte, hat 2009 die Möglichkeit dazu: am 28. Februar findet das offizielle CD-Präsentationskonzert im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie statt. Im Anschluss daran werden Konzerte in Deutschland, Italien, Frankreich, England und Portugal folgen. Und nicht nur das!: StazoMayor wurde für die neu gestaltete Broadway-Show "Tango Pasión - El ultimo Tango" engagiert. Premiere der Show wird am 19. Dezember 2008 im renommierten Pariser Champs Elysee Theater sein.
Text: Jörg Buntenbach
Linktipp:
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Email: willkommen@tangokultur.info Im Internet: www.tangokultur.info Herausgeber: Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.) |