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| Café Buenos Aires - argentinische Insel in Hamburg-Ottensen | ||
Eine Porträt von Tanja Thimm
Die Milonga treibt ihrem Höhepunkt entgegen in dem kargen Saal mit niedriger Decke und ein älteres Paar, das nicht getanzt hat, wendet sich zum Gehen. Sie biegen allerdings nur kurz um die Ecke, um sich in dem kleinen Raum, der Keimzelle des Café Buenos Aires niederzulassen. Von außen von der Straße sieht es so aus, als dringe durch die großen Fenster eine einladende Gemütlichkeit. Drinnen ist nur noch ein Tisch ist frei, es ist voll, aber nicht überfüllt. Die dunklen Tische und Stühle strahlen zusammen mit Wänden und Decke in Brauntönen gehalten eine wunderbare Wärme aus. Vielleicht zwanzig, maximal fünfundzwanzig Menschen bevölkern das Café. Im hinteren Teil steht ein Klavier, als ob es der Pianist gerade eben erst verlassen hat - eine Lampe beleuchtet noch immer Tasten und Noten. In einer Glasvitrine befinden sich Orangen, Mandelkuchen und Karamelcreme zur Auslage. Großflächige Fotos zieren die Wände mit der mehrspurigen Avenida de Mayo und tangotanzenden Paaren auf der Plaza Dorrego in Buenos Aires. Verschiedene kleinere Bilder mit Tangoszenen lassen keinen Zweifel daran, wofür das Herz Antonios schlägt. „Ich kenne Antonio schon seit vielen Jahren!“ erklärt Juan Wulff, der gerade die Milonga mit seiner Bekannten Agnes verlassen hatte, um sich an dem letzten freien Tisch niederzulassen. „Ich komme aus Montevideo. Hier in das Café Buenos Aires sind sie alle hingegangen. Selbst die Künstler, die im Schauspielhaus in den großen Shows aufgetreten sind, sind anschließend alle hierher gekommen. Das Café ist schon etwas besonderes.“ Seine Bekannte Agnes nickt eifrig. Juan Wulff war in verschiedenen Verlagen als Pressesprecher tätig, ist eigentlich pensioniert und arbeitet jetzt als Immobilienmakler. Sein Redefluss wird unvermittelt unterbrochen. Ganz plötzlich setzt Klaviermusik ein. Fast unbemerkt ist Antonio herüber gekommen und hat sich an das Klavier gesetzt. Astor Piazzollas „Balada para un loco” dringt durch den Raum, leise und unaufdringlich, gleichzeitig mit beharrender Intensität. Die Gespräche an den Tischen gehen währenddessen weiter, über Argentinien und Deutschland, aktuelle Tagespolitik oder Alltägliches. Antonio erzählt später noch von den harten Aufbaujahren. Noch ein weiteres Jahr wird er brauchen, damit es gut, wirklich gut läuft. Sein bisheriger Erfolg seines Konzeptes gibt ihm recht: „Wir sind hier unkompliziert, wir sagen nicht nein, wir sind einfach so.“
Tango Argentino in Hamburg: der Veranstaltungskalender >>hier
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