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| Wer ist BerlinTango? | |||||||
Text: Jochen
Hille
Entsprechend findet man viele Tanzschulen, Tanzlehrer - Granden und Grandinen Berlins - und einige Musiker in diesem Zusammenschluss. BerlinTango ist kein verschlafener Sportverein, in dem auch Tango getanzt wird, sondern vielmehr eine Vereinigung von Profis mit kommerziellen Interessen. Insofern provozierte die auf dem Flyer zum Unterrichtsmarathon abgedruckte Ankündigung, es handle sich um eine "Benefizveranstaltung für die große BerlinTango-Show im März 2006", eine etwas eigensinnige Aussage; schließlich häkeln keine Omas Topflappen für die Welthungerhilfe, vielmehr sammelt eine Personengesellschaft Geld, um ein gemeinsames Projekt zu finanzieren, so, wie eine Gruppe von jungen Klinikärzten ihre Gehälter zusammenlegt, um eine gemeinsame Praxis einzurichten. BerlinTango wirbt mit dem Slogan "Tangoshow made in Berlin". Damit ist wohl ausschließlich eine Herkunftsbezeichnung gemeint, denn die Webseite von BerlinTango ist durch und durch klassisch. Die Ikonografie der Tanzpaare in Showpose (siehe Fotos), die eingespielte Musik und die schwarz-roten Farbkombinationen - das alles kennen wir schon vom argentinischen Vorbild. Auch die Texte der Webseite reproduzieren die üblichen Geschichten über den Tango wie Bordelle, Hafenkneipen und Argentinien. Als Werbestrategie um ein Nicht-Tango-Publikum anzusprechen, ist es clever diese vertrauten Chiffren zu benutzen. Sonderlich einfallsreich finde ich es aber nicht. Vielleicht wäre eine peppigere Selbstdarstellung bei einer so großen Anzahl von TangokünstlerInnen aber kaum kompromissfähig gewesen. Dennoch frage ich mich, was "Tango made in Berlin" vom "Tango made in Argentinien" unterscheidet - bisher scheint es mir eher eine passgenaue Kopie zu sein. Trotzdem finde ich es positiv, wenn sich Berliner TangokünstlerInnen auf diese Weise zusammentun. So lernen sie sich untereinander kennen und bilden eine Gruppe. Sozialwissenschaftler nennen das einen 'Vergemeinschaftungsprozess'. Die Chance solcher Gruppen ist, Projekte hinzubekommen, die sonst nicht ins Leben gekommen wären. Für Berlin und die Tangoszene in Deutschland wäre es ein Gewinn, wenn BerlinTango in diesem Sinne handlungsfähig bleibt und glückreich würde. Schließlich ist Berlin eine bedeutende Tangometropole. Mehr Werbung für den Tango tut nicht nur den bei BerlinTango vereinten Tanzlehrern gut, die dadurch mehr Zulauf an Schülern bekommen - vielmehr sollte die gesamte Berliner Tangoszene ein Interesse daran haben, dass die Szene floriert. Denn nirgendwo kommt größere Langeweile auf als in einer leeren Milonga!
Weitere Informationen zu Berlintango siehe: www.berlintango.com Premiere von "Ilusión de tango" ist am 25. März 2006 in der
Akademie der Künste Einen Kommentar zur "Práctica Total im Ballhaus Rixdorf" lesen Sie unter nachfolgendem Link: Mehr... Die Website des Fotografen Michael Grasmann finden Sie hier: Link...
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Email: willkommen@tangokultur.info Im Internet: www.tangokultur.info Herausgeber: Jörg Buntenbach (V.i.s.d.P.) |